New York vs Tokio – wo ist es besser?

Hallo meine lieben Leser-Freunde ­čÖé

2016 bin ich im M├Ąrz nach New York City geflogen, dieses Jahr ging es in die andere Richtung: Nach Tokio. Ein Grund, mal Revue passieren zu lassen und die Millionen-Metropolen in den USA bzw. Japan miteinander zu vergleichen.
Eines vorweg: Das ist ein subjektiver Beitrag, da jede Stadt ihre Eigenarten hat und jeder seine eigenen Vorlieben hat. Aus diesem Grund ist es nicht m├Âglich, zu sagen, ob wirklich New York oder Tokio besser ist – das muss jeder f├╝r sich selbst ausmachen.

Legen wir aber erstmal los mit ein paar Basisdaten zum Vergleich:

 

New York Tokio
Kontinent  Nordamerika Asien
Land  Vereinigte Staaten Japan
Einwohner  ca. 8,5 Millionen ca. 9,4 Millionen
Fl├Ąche ┬á789 km┬▓ 622 km┬▓
Bev├Âlkerungsdichte ┬áca. 11.ooo Einwohner je km┬▓ ca. 15.000 Einwohner je km┬▓

 

1. Stadtbild

Zuallererst schauen wir uns mal die Skyline der beiden St├Ądte an – aus der allgemein bekannten Perspektive. Hier bietet New York eine der weltbekanntesten Motive der Welt – besonders wegen der imposanten Wolkenkratzer.

 

Skyline von New York

Der Schein kann hier aber auch tr├╝gen – entgegen der Skyline besteht New York quasi nur in Manhattan aus Wolkenkratzern, w├Ąhrend in Brooklyn oder der Bronx auch ganz normale H├Ąuser stehen, wie wir sie bei uns in Europa auch kennen. Nat├╝rlich ist es einleuchtend, dass eine Skyline mit Wolkenkratzern dann doch besser aussieht als eine mit Ottonormal-H├Ąusern.

Kommen wir aber zur Gegenseite: In Japans Hauptstadt Tokio.

 

 

Skyline von Tokio

Tokios Skyline besticht zwar auch mit Wolkenkratzern, doch hier kann ich best├Ątigen, dass Tokio definitiv aus mehr Hochh├Ąusern besteht als New York. Das kommt nat├╝rlich auch daher, dass Tokio ca. 900.000 Einwohner mehr hat, aber ca. 167 km┬▓ weniger Fl├Ąche. Dies bringt demtentsprechend auch Platzmangel mit sich, der leider nur in der H├Âhe ausgeglichen werden kann. So sind auch normale Wohnh├Ąuser mit ├╝ber 10 Stockwerken keine Seltenheit, sondern eher die Regel.

Kommen wir aber nun zur Punktvergabe:

W├Ąhrend Tokios Stadtbild in Relation zur gesamten Stadt eher schon authentisch ist, zeigt New York hier seine Schokoladenseite. Aber wir wollen auch nicht verheimlichen, dass Tokio auch nicht immer wie auf dem obigen Bild aussieht – es stechen auch mal ein paar sch├Âne Tempel aus der Wolkenkratzer-Masse heraus.

Ich pers├Ânlich liebe zwar einerseits Hochh├Ąuser, aber andererseits besteht Tokio fast ausschlie├člich aus ihnen – was die Wolkenkratzer am Ende gar nicht mehr so reizvoll macht. Aus diesem Grund geht hier der erste Punkt an New York, womit es nun folgenden Zwischenstand gibt:

New York Tokyo
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2. Sicherheit

Kommen wir nun zu einem ganz anderen Thema, weg von der Optik und hin zu ein paar Statistiken bez├╝glich der Sicherheit in den St├Ądten. Ich gehe hier mal von einem normal gekleideten Menschen aus, der keinen hochwertigen Schmuck bei sich tr├Ągt, der entsprechende Leute mit niederen Beweggr├╝nden magisch anzieht und nicht seine mit Diamanten verzierte Geldb├Ârse in der offenen Hand spazieren tr├Ągt, um Diebe regelrecht einzuladen.

New York galt in den fr├╝hen 90er Jahren als eine der kriminiellsten St├Ądte der USA, doch durch eine „Null-Toleranz-Politik“ und eine Aufstockung des Polizei-Aufgebots ist diese Millionen-Metropole heute nicht mal in den 200 kriminellsten St├Ądten weltweit zu finden – 2014 sind in Manhattan „nur“ 17 Morde geschehen. Dies ist – entsprechend der Fl├Ąche und der Einwohner Manhattans – eine Statistik, die sogar f├╝r das sonst so sichere Deutschland beeindruckend w├Ąren.
Zwar denkt man immer noch an die Terroranschl├Ąge vom 11. September 2001 – dass hier aber schon mehr als 15 Jahre nichts mehr passiert ist, sollte man logischerweise auch erw├Ąhnen.
Statistisch gesehen werden die meisten Gewaltverbrechen auch eher unter rivalisierenden Gangs – wer also nicht gerade mit der Mafia in Kontakt steht, kann sich problemlos auf die Stra├če trauen. Aus Sicherheitsgr├╝nden empfiehlt es sich aber von selbst, seine Geldb├Ârse lieber in der Innentasche zu tragen – aber eher aus Vorbeugung. Das selbe w├╝rde ich aber auch in vielen europ├Ąischen St├Ądten machen, wie etwa Prag, Rom oder Paris.

Zahl der Gewaltverbrechen in New York sinkt weiter

Im Gegensatz dazu ist Japan f├╝r eine allgemein sehr niedrige Kriminalit├Ątsrate bekannt – das ├Ąndert sich auch nicht in der Megametropole Tokio. Auch hier gilt zwar „Safety first“ – und lieber den Geldbeutel auch mal in der Innentasche der Jacke tragen. Beim Spazieren durch die Stadt f├Ąllt hier aber auf, dass viele Japaner ihre Handys halb aus der Hosentasche rausschauen lassen, dass es schon ein Kinderspiel w├Ąre, dieses rauszuziehen – ein Beweis daf├╝r, wie sicher sich die Einwohner Tokios hier f├╝hlen.

Im wesentlichen geht die Rate der Gewaltverbrechen hier fast gegen Null – was aber auch daran liegt, dass die Stadt effektiv gegen jegliche organisierte Kriminalit├Ąt vorgeht. Die meisten Verbrechen werden auch hier wieder von Banden ausge├╝bt, vorrangig von der Yakuza, der japanischen Version der Mafia.

sicherste Stadt der Welt: Tokio

Kommen wir also zur Auswertung: Auch wenn New York heute weitestgehend sicher ist und man sich kaum noch Sorgen machen muss, dass etwas schlimmes passiert – ausschlie├čen l├Ąsst sich das nie. Statistisch gesehen hat Tokio hier die Nase vorn – was auch die Statistik bezeugt. Punkt f├╝r Tokio.

New York Tokyo
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3. Sauberkeit und Umweltverschmutzung

Kommen wir zu einem eher schwierigen Punkt: In Gro├čst├Ądten ist es nat├╝rlich allgemein schwieriger, Sauberkeit zu gew├Ąhrleisten und Umweltverschmutzung zu vermeiden.

Aber es gibt auch M├Âglichkeiten, wie man den Schaden etwas eind├Ąmmen kann: Vorschriften und Organisation.

 

a) M├╝ll auf der Stra├če

New York wirkte – jedenfalls bei meiner Reise – eher verschmutzt und die Stra├čen waren teilweise (durch den entsprechend oft vorkommenden Masse an Fahrzeugen) nicht gerade im besten Zustand – in manchen Stra├čen sind Schlagl├Âcher an der Tagesordnung. Auch wehte gerne mal das ein oder andere St├╝ck Verpackungsmaterial ├╝ber die Stra├če. Schade, wo es doch in New York massenhaft ├Âffentliche M├╝lleimer gibt und man – wenn man dabei erwischt wird beim Werfen von Abfall auf die Stra├če – mit saftigen Strafen rechnen muss. Ich glaube, hier ist es eher die Mentalit├Ąt der Bewohner, woran es scheitert.

Tokio wirkt dagegen sehr sauber, fast schon klinisch. Selbst Zigarettenstummel findet man selten bis gar nicht – was erstens daran liegt, dass drau├čen weitestgehend Rauchverbot herrscht (daf├╝r wird in jedem Lokal geraucht), und wenn das Rauchen erlaubt ist, wird erwartet, dass man die Stummel in einem transportablen Aschenbecher (gibt es zu kaufen ­čśë ) entsorgt und nicht auf die Stra├če wirft.

In Sachen M├╝ll ist Tokio besser dran, auch wenn New York der Gesetzeslage ebenso dazu in der Lage w├Ąre, sehr sauber zu sein.

b) M├╝lltrennung

Ja, New York liegt in den USA und die US-Amerikaner haben leider den Ruf, dass ihre Neigung zum Umweltschutz doch eher verbesserungsw├╝rdig ist.

Man sieht aber oft in der ├ľffentlichkeit viele M├Âglichkeiten, recyclebare Rohstoffe explizit zu trennen – im Kontrast dazu wird der Hausm├╝ll doch wieder zusammen in einer Tonne entsorgt. Im Gespr├Ąch mit dem damaligen Betreiber des Hostels erfuhr ich aber, dass hier die M├╝llabfuhr dank modernster Technik viel effizienter M├╝ll trennen kann, als es ein normaler Mensch je tun k├Ânnte. Oder entsorgt ihr den Joghurtbecher und den Joghurtbecher-Aludeckel getrennt? Streng genau genommen m├╝sste es getrennt entsorgt werden ­čśë

Wie┬ásieht das ganze in Tokio aus? Genauso wie in New York – nur, dass hier manchmal die M├╝lltrennung manchmal doch eher seltsam erscheint angesichts dessen, dass ich bei einem Gesch├Ąft explizit getrennte Beh├Ąlter vorfand f├╝r die Plastikflaschen und die Deckel der Flaschen.

In Tokio wird haupts├Ąchlich nach brennbarem und unbrennbarem M├╝ll getrennt – als grobe M├╝lltrennungsregel f├╝r Nicht-Japaner schonmal eine gr0├če Hilfe. Klar ist die M├╝lltrennung hier doch etwas komplizierter, aber die Todesstrafe wird man wohl nicht erhalten, wenn mal ein kleiner Fehler passiert ­čśë

Hier tendiere ich also eher zu einem unentschieden. Was am Ende hinter den Kulissen der M├╝llanlagen passiert, kann wohl nur ein Mitarbeiter der ensprechenden Unternehmen genau sagen.

Die Punktvergabe:

Tokio wirkt auf der offenen Stra├če gepflegter als New York – obwohl in New York eigentlich saftige Strafen winken, wenn man seinen M├╝ll einfach auf Stra├če wirft. Aber gut, in Deutschland stellt streng genommen das Entsorgen von Zigarettenstummeln auf der Stra├če auch eine Ordnungswidrigkeitdar , f├╝r die man Bu├čgeld zahlen muss. Es scheitert hier also an der konsequenten Bestrafung solcher Taten.

Es f├Ąllt mir schwer, diesen Punkt nicht unentschieden zu werten, da das Potenzial gesetzlich gesehen vorhanden ist. Aber leider sind New Yorker nicht ganz so achtsam, was die Sauberkeit angeht. Der Punkt geht also an┬áTokio – womit die japanische Millionenstadt in F├╝hrung geht.

 

New York Tokyo
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4. Gefahren durch Naturkatastrophen

New York ist wohl nicht bekannt f├╝r Naturkatastrophen – aber dem ist nicht ganz so. New York wirkt regelm├Ą├čig von Blizzards heimgesucht, die auch gerne mal die ganze Stadt lahmlegen. Zudem ist die Lage New Yorks an der Bucht des Hudson Rivers auch ung├╝nstig, was Tsunamis betrifft. Klar ist bisher kein echter Tsunami ├╝ber New York eingebrochen, aber sollte dies mal der Fall sein, k├Ânnte – bei einem entsprechend gro├čen Tsunami – New York sehr schnell dem Erdboden gleichgemacht werden.

Die meiste Gefahr besteht aber immer noch in Hurrikans. Zwar liegt New York in einer moderaten Zone was die Gefahr von Hurrikans betrifft, aber dass es auch mal ein Sturm schafft, dort vorbeizukommen, hat 2012 der Hurrikan „Sandy“ eindrucksvoll bewiesen – wenn auch nicht mehr ganz so windstark wie einige Zeit zuvor.

Hurrikan Sandy trifft auf New York

Wie sieht es in Tokio aus? Auch eher bescheiden. Zwar sind die Menschen friedlich – die Natur ist es hier weniger. Tokio liegt sehr ung├╝nstig auf einer der erdbebenreichsten Gegenden der Welt – das bisher schlimmste Erdbeben war das gro├če Kanto-Erdbeben von 1923, bei dem Tokio sogar komplett zerst├Ârt wurde (und im 2. Weltkrieg nat├╝rlich nochmal).

Auch eine weitere Gefahr besteht in Taifunen – dem entsprechenden Pendant zum Hurrikan. Auch Tokio hat hier schon einige abbekommen, den gr├Â├čten Schaden hinterlie├č aber bisher immer noch das Erdbeben von 1923.

In Puncto Naturgewalten ist New York zwar nicht der sicherste Ort der Welt, aber bis heute blieb New York von sehr gro├čen Sch├Ąden verschont. Tokio hingegen wurde durch ein Erdbeben im Jahr 1923 schon einmal komplett dem Erdboden gleich gemacht.

Damit geht dieser Punkt an New York – womit der Big Apple wieder zum Ausgleich aufschlie├čt.

 

New York Tokyo
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5. Qualit├Ąt von Trinkwasser

Sowohl New Yorker als auch Tokioer Leitungswasser kann bedenkenlos getrunken werden, ohne der Gefahr von Erkrankungen ausgesetzt zu sein.

New Yorker Leitungswasser schmeckt zwar etwas seltsamer, was aber daran liegt, dass die Wasserwerke dem Wasser etwas mehr Chlor zusetzen als es in Deutschland ├╝blich ist (und ja, auch unser Trinkwasser aus der Leitung enth├Ąlt Chlor ­čśë ) – das t├Âtet Keime ab. Geschmacklich zwar nicht f├╝r jeden die Offenbarung, aber lebensgef├Ąhrlich ist es auch nicht.

Im Gegensatz dazu ist das Leitungswasser von Tokio zwar nicht so chlorhaltig wie das von New York, aber daf├╝r enth├Ąlt es deutlich mehr Kalk. Aus diesem Grund scheiden sich auch hier die Geister – es kommt wohl darauf an, welches Leitungswasser man gewohnt ist.

Dazu schweife ich mal kurz ab: Als M├╝nchner bin ich „hartes“, also sehr kalkhaltiges Wasser, gewohnt. Der Kalk gibt dem Wasser einen ensptechenden, intensiveren Geschmack. F├╝r einen Berliner (Berlin hat mit das weicheste, also kalk├Ąrmste Wasser Deutschlands) w├Ąre das M├╝nchner Leitungswasser sehr bitter – w├Ąhrend f├╝r einen M├╝nchner, der in Berlin Leitungswasser trinkt, der Genuss von Weichsp├╝ler am ehesten zu vergleichen w├Ąre. Es kommt also eher auf die Gewohnheiten an.

Und da Leitungswasser eh Geschmackssache ist, vergebe ich im letzten Punkt mit voller Absicht ein Untentschieden, was zu folgendem finalen Ergebnis f├╝hrt:

 

New York Tokyo
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Womit ich auch mein Ziel erreicht h├Ątte, dass es am Ende jedem Menschen selbst ├╝berlassen ist, wo er sich wohler f├╝hlt.

 

Welche Stadt findet ihr „besser“ und warum? Ich w├╝rde mich ├╝ber jeden Kommentar dazu freuen ­čÖé

Vielen, Dank,

euer Benji.

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