Reisen in Zeiten des Terrors

Wer in unserer heutigen Zeit die Nachrichten verfolgt, wird schnell merken: Anschlag hier, Attentat dort, in Stadt X eine Schießerei.
Es ist leider Fakt: Unsere Medien sind voll davon. Das beschäftigt mich heute mit folgender Frage:

Sollten wir uns bei Reisen einschränken? Darauf gehen wir in ein paar Punkten ein:

1. Objektive Sicherheit und subjektive Sicherheit

Wir werden dank der Medien jeden Tag wieder daran erinnert, dass wir in höchst gefährlichen Zeiten leben, in denen man nirgendwo sicher ist.

Dieses Jahr gab es schon Anschläge in London, Manchester, Italien, Paris. Und letztes Jahr sah es auch nicht besser aus: Berlin, Paris, Brüssel und Nizza.

Es gab aber auch weitere Anschläge, die in den Medien kaum beachtet wurden – das waren unter anderem Anschläge in Pakistan, in Ägypten und in Afghanistan.

 

Doch ist es heute wirklich so schlimm? Klar werden wir geflutet von Terror-Meldungen. Laut einer Studie das Harvard-Forschers Steven Pinker hingegen leben wir so sicher wie noch nie zuvor. Noch nie sind weniger Menschen getötet worden als heutzutage.

Warum also trotzdem diese Flut an Terrormeldungen? Nun, früher dauerte es einige Zeit, bis die Meldung in der Zeitung war. Man legte auch mehr Wert auf ordentliche Recherchen – heute lockt man damit keinen Menschen hinter dem Sofa hervor. Heute muss man der Erste sein mit einer Meldung, egal wie die Fakten aussehen. Hauptsache ist, dass es sensationell ist. Wen interessiert schon der Friedensmarsch in Dresden? Da passiert ja nix. Aber ein Typ mit nem Messer in der Fußgängerzone wird über 2 Wochen in den Medien ausgeschlachtet. Selbst ohne Verletzte…

Dazu kommt noch, dass wir dank Facebook, Twitter, Instagram und Konsorten auch noch sämtliche Meldungen wie ein Lauffeuer verbreiten können. Dauerte es vor 100 Jahren noch, bis überhaupt ein Artikel in der Zeitung stand, wird heute jede Neuigkeit verbreitet. Dass dies nicht immer von Vorteil ist, zeigte besonders der Amoklauf von München vor einem Jahr, in der verschiedene Leute Panik verursachten aufgrund falscher Meldungen über weite Schießereien in mehreren Teilen der Stadt – die sich am Ende als falsch herausstellten. An den durch die Massenpanik verletzten Leuten ändert das aber nix.

2. Sich selbst einschränken?

Mir selbst sagt es überhaupt nicht zu, wegen potenzieller Terrorgefahr allgemein das Reisen zu beenden. Ich war in Paris und in Brüssel, beide male nicht sehr lange nach den dortigen Terror-Anschlägen. Im November geht es nach London, wo auch erst kürzlich ein Vorfall stattfand.

Mich begleitet da keine Angst, weggebombt zu werden. Es ist eher der Wille, zu zeigen, dass ich meine Freiheiten nicht aufgeben werde, denn das ist es, was IS und Konsorten doch eigentlich erreichen wollen – dass wir uns vollkommen einschränken. Bei manchen klappt es auch wunderbar – die trauen sich nicht mal ansatzweise in eine größere Menschenmenge.

Haus in Sarajevo
Spuren des Balkankrieges

Ich gestehe aber gleichzeitig, dass es Länder gibt, die ich aufgrund der aktuellen politischen Situation doch lieber meide – darunter z. B. Syrien, Irak, Kongo, Sudan und Nordkorea. Das liegt aber wirklich nur an den dortigen Umständen, die gesamte Situation kann sich schon innerhalb von 10 Jahren vollständig verändern. Wer weiß, vielleicht öffnet sich Nordkorea irgendwann der restlichen Welt und Pjöngjang wird der Geheimtipp Nummer eins für Backpacker in Asien?
Wie sich politische Situationen ändern können, lernten wir ja schon aus dem Fall der Berliner Mauer. Auch die ehemaligen jugoslawischen Länder (Serbien, Bosnien und Herzegowina, etc.) sind heute wieder sicherer als damals im Balkankrieg.

Man sollte einfach bei seinen Reisen bedenken, ob wirklich eine reelle Gefahr besteht, oder ob man sich diese Gefahr nur einbildet, weil die Nachrichten uns dieses Bild vermitteln. Eine Reise nach New York ist nur dank der Anschläge vom 11. September eine gefühlte Gefahr (wir lassen mal den Fakt, dass seit den vergangenen 15 Jahren nichts mehr dort passiert ist, gekonnt beiseite) – ein Urlaub in Afghanistan könnte da schon eher mit einer Kugel im Kopf enden. Richtig abzuwägen ist da doch besser.

 

3. Im Haushalt…

…passieren laut Statistik die meisten tödlichen Unfälle. Wer sich also nicht traut, die Welt zu erkunden, schließt sich in nächster Nähe zu dem todbringendsten Ort der ganzen Welt: Die eigenen vier Wände 😉 Ich sag da immer „einmal über die Teppichkante gestolpert, blöd aufgekommen – zack, Genick gebrochen und schon biste weg.“

Brunnen am Stachus in München
München – Stachus

Zudem gibt es auch keine Garantie, dass nicht gerade in der eigenen Stadt auch etwas passieren kann. München wäre ein potenzielles Ziel für Terroristen, bei denen man auch viele Leute erwischen könnte. Bei den Menschenmassen, die sich am Marienplatz oder am Stachus tummeln, würde es viele Opfer geben.
Ebenso könnte man über die Straße gehen und so ein depperter Autofahrer ist zu blöd, die rote Ampel zu erkennen.
Ob man jetzt vom hirnamputierten Autofahrer, einen fehlgeleiteten Koran-Verdreher oder dem eigenen Teppich dazu gezwungen wird, den Löffel abzugeben, ist dann am Ende auch egal – das Ergebnis ist trotzdem eine tote Leiche. Genauso ist es dann auch irrelevant, an welchem Ort man über den Jordan geht – die Radieschen sehen von unten alle gleich aus.

 

Ich hoffe, ihr traut euch – auch trotz der aktuellen Situation in der Welt – andere Kulturen zu entdecken – und vielleicht auch mal ein paar Vorurteile fallen zu lassen. Schließlich ist nicht jeder mit einem langen Bart ein Taliban 😉

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