Jede beliebte Großstadt hat ihre Magnete für den Tourismus – leider heißt das aber auch, dass dir dafür auch entsprechend mehr aus der Tasche gezogen wird. Dieser Artikel wird dir nun zeigen, welche Touristenfallen dir in München begegnen werden und natürlich die Alternativen beim Namen nennen 😉

Vermeide die Wiesn!
Die Münchner Bierkultur
Das erlebst du in München (fast) kostenlos!
Münchens Touristenfallen

Sightseeing-Busse

 

Hop on Hop Off Liverpool
Sightseeing-Busse findest du heute in fast jeder Stadt.

Die sogenannten „Hop on – Hop off“-Busse gibt es mittlerweile weltweit in jeder Großstadt. Sie sind auch fast immer prall gefüllt, während sie durch die Straßen kurven und während der Fahrt über Kopfhörer in jeder erdenklichen Sprache Informationen kommen. „Auf der linken Seite sehen wir das Rathaus Münchens“, sagt eine Stimme – während ich nur fünf Sekunden danach schon viel zu spät hingeschaut habe.

Ich selbst mag diese Sightseeing-Busse überhaupt nicht. Ja, ich gestehe, früher habe ich die auch genutzt – unter anderem in Salzburg, Köln, Amsterdam und Hamburg. Aber das waren zu viele Enttäuschungen, zu viel sinnlos verschleudertes Geld. Auch in München gibt es diese Sightseeing-Busse, jedoch klappen diese auch nur diverse Stationen gängiger „Top-Ten-Sehenswürdigkeiten“-Listen ab. Und dafür zahlst du dann fast 20 Euro für einen ganzen Tag Sightseeing – für mich eine typische Touristenfalle.

Mein Tipp: Investiere lieber etwas Geld in eine Tageskarte für 6,70 Euro. Selbst eine Drei-Tages-Karte kostet mit 16,80 Euro immer noch weniger als eine Tageskarte beim Sightseeing-Bus. Und ja, ich gestehe: Münchner jammern immer wieder rum, was die Preise betrifft – dabei ist der Münchner Nahverkehr sogar günstig, wenn ich die Preise mit Köln vergleiche. Das Tarifsystem empfinde ich übrigens als verdammt einfach – für mich sogar das einfachste System, das ich je entdeckt habe 😉 Wer da wirklich nicht durchblickt, sollte sich mal überlegen, ob ein paar Minuten Zeit mit der Auseinandersetzung restliche Zweifel verfliegen lassen 😉

 

Diverse Bier-Touristenhäuser

Ein Biergarten ist doch typisch Bayerisch? Wie kann denn Bayerische Kultur zur Touristenfalle werden? Ganz einfach – manche zielen eher auf Touristen ab 😉 Meist sind es Biergärten an zentralen Plätzen der Stadt. Oder sie sind schon weit über die Stadt hinaus bekannt.

Fangen wir beim Biergarten am chinesischen Turm an. Ok, ja – ich gehe in diesen Biergarten doch gerne mal hin 😉 Es ist aber auch Fakt, dass dieser Biergarten besonders bei Touristen sehr beliebt ist. Etwa 7.000 Sitzplätze und eine Blaskapelle ab der Mittagszeit am Wochenende ziehen eben auch die Leute an 😉 Besonders US-Amerikaner findet man hier sehr häufig – die am Ende merken, dass unser Bayerisches Bier sogar tatsächlich ein richtiges Bier ist, im Gegensatz zum amerikanische Gegenstück 😛 Mit Alkohol und so, du weißt schon, was ich meine 🙂

Hofbräuhaus in Las Vegas
Das Hofbräuhaus hat schon einige Kopien weltweit – wie hier in Las Vegas 😉

Eine weltweit bekannte Einrichtung wird schon in einem bekannten Lied erwähnt – leider ist das Hofbräuhaus auch der schlimmste Touristenmagnet der ganzen Stadt (wenn wir mal die Wies´n außer Acht lassen). So mancher einheimischer Münchner geht oft nur ins Hofbräuhaus, um sein Glück bei hübschen, betrunkenen Asiatinnen zu versuchen. Preislich gesehen ist eine halbe Stunde im Bordell dann aber günstiger und vor allem ist der Erfolg auch garantiert 😉 Die Preise hier sind nämlich echt gesalzen – das halbe Bier kostet hier tatsächlich 4,50 €!

Wenn du eher authentische und ruhige Biergärten bevorzugst, kenne ich eine interessante Alternative – wenn auch etwas außerhalb. Entweder radelst du mit dem Fahrrad die Isar entlang. Oder du fährst mit der S7 in Richtung Wolfratshausen – an der Station Großhesselohe steigst du dann aus und läufst ca. 15 Minuten bis zur Waldwirtschaft 😉 Nebenbei erwähnt werden sollte auch der historische Aspekt; Dieser Biergarten war Ausgangspunkt der „Biergartenrevolution von 1995“.

Ach ja, wenn wir schon beim Thema Bier sind, gebe ich dir noch ein paar Ratschläge mit, wie du nicht sofort als Tourist auffällst:

1. Du solltest nie im Restaurant eine Maß bestellen. Du wirst sie kriegen, kein Problem – aber traditionell trinkt man eine Maß nun mal nur im Biergarten 😉

2. Es ist keine Schande, auch im Biergarten ein halbes Bier (0,5 Liter) zu bestellen.

3. Bier aus der Flasche? Kein Problem, du wirst immer wieder jemanden sehen. Aber lass dich bloß nicht mit einer sogenannten „Preiß´n-Hoibe“ (0,33 Liter) erwischen!

4. Bezeichne Beck´s, Warsteiner und was weiß ich nicht alles als Bier – in München darf man für dieses Vergehen offiziell gesteinigt und ausgepeitscht werden! (Ok, dieser Punkt ist nicht ernst gemeint, aber seltsame Blicke wirst du auf jeden Fall ernten).

Glockenspiel am neuen Rathaus

Glockenspiel München
Findet immer un 11, 12, 17 und 21 Uhr statt: Das größte Glockenspiel Deutschlands.

Schon in Prag unberechtigerweise weltbekannt, in München eine ebenso unspektakuläre Touristenfalle: Das Glockenspiel. Im Sommer kannst du um 11, 12 und 17 Uhr für 8 Minuten das Glockenspiel am Marienplatz beobachten – vorausgesetzt, du stehst auf Gruppenkuscheln mit hunderten Touristen 😉 Das ist aber auch der Moment, in dem Taschendiebe sehr gerne mal unbemerkt zugreifen.

Interessanter ist das Glockenspiel um 21 Uhr: Neben dem Glockenspiel läuft ein Nachtwächter eine letzte Runde und der Platz füllt sich mit Gestalten in weißen Mänteln mit Laternen und Hellebarden – schon eher ein interessantes Geschehen. Der Gruselfaktor kommt auch nicht zu kurz 😉 Für 15 Euro kannst du sogar an einer Stadtführung teilnehmen, die die gruseligen Legenden der Stadt aufweist an den Mann bringt. Zwar nicht günstig, aber verdammt interessant und sein Geld definitiv wert! Also von meiner Seite aus ganz klar keine Touristenfalle, da hier auch etwas geboten wird.

 

Das größte Volksfest der Welt

Wies´n - Oktoberfest
Die Wies´n – die wohl überlaufenste und teuerste Touristenfalle, die München bietet.

Das Oktoberfest – jedes Jahr zieht es Millionen von Besuchern in die Bayerische Hauptstadt. In München selbst polarisiert die Wies´n: Während die einen schon die Tage zählen, bis sie wieder in Tracht „auf´d Wies´n“ gehen können, sind die anderen froh, wenn sie di+ese 2 Wochen im Jahr überstehen. Ich gehörte zur zweiten Gruppe 😉

Mein Problem mit dem Oktoberfest: Es gilt zwar als „Volksfest“, hat aber meiner Meinung nach nichts mehr mit einem echten Volksfest zu tun. Es ist eher durch den Massentourismus zu einem internationalen Saufgelage verkommen. Ebenso empfinde ich die Wies´n als stark überteuert – die Preise für eine Maß Bier lagen 2017 schon bei fast 11 Euro – 2018 wird der Preis schon darüber liegen.

Alternativ gehst du lieber auf die Auer Dult, die dreimal jährlich am Mariahilfplatz stattfindet. Ebenso gut eignen sich die Volksfeste in umliegenden Dörfern und Städten als Alternative. Das Dachauer Volksfest ist ebenso eine Alternative wie das Volksfest in Freising. Vom Herbstfest in Rosenheim rate ich eher ab – das geht seit Jahren leider auch immer mehr in Richtung Oktoberfest – wenn auch ohne die Millionen-Massen. Ich persönlich bevorzuge auch eher authentische und traditionsbewusste Volksfeste der Marke „42. Waldwiesentreffen von Hinterdupfing“. Man will es als Stadtmensch nicht hören, aber auf den kleinen Dörfern wissen die Einheimischen, wie man ein echtes Volksfest organisiert und Stimmung macht 😉

 

Das waren die in meinen Augen schlimmsten Touristenfallen der Stadt München. Fällt dir noch etwas ein? Über einen Kommentar würde ich mich freuen! Diese Liste ist übrigens nicht allgemeingültig, sondern stellt nur meine persönliche Meinung dar. Wenn du gerne ins Hofbräuhaus gehst, möchte ich dich auf keinen Fall davon abhalten 😉

Ein Kommentar

  1. Hi Benji,

    ich habe fast 4 Jahre in München gelebt und war kein einziges Mal auf dem Oktoberfest und nur ein einziges Mal im Hofbräuhaus. Aber auch nur, weil eine Freundin aus “Wien” unbedingt dahin wollte. Der englische Garten war meine Joggerwiese – da kommt man fast automatisch am Chinesischen Turm vorbei und wundert sich über die Massen. Aber wie Du sagst, es bleibt jedem selbst überlassen, was man in München anstellt. Gerne war ich übrigens zu seiner Zeit im Osterwaldgarten oder im Hirschau, da ich auf dem Lodenfrey-Gelände gearbeitet habe. Das Seehaus dagegen habe ich eher vermieden. Unvergessen geblieben ist mir die alte Schwabinger 7, die so völlig untypisch für München war. Die neue soll es laut Hören und Sagen auch wieder sein.

    Mit besten Grüßen
    Andreas

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